#NDimAufbruch - Digitaler Kongress 2021

Programm

Die AufbruchsDebatten

Mit vier Debatten greifen wir das für 2020 für Mainz geplante Kongressthema auf (der Kongress fiel aufgrund der Corona-Pandemie aus) und diskutieren Woche für Woche mittels Zoom über Aufbrüche in Demokratie - Kirche - Gesellschaft - Medien. Dazu kommt am 28. März ein Lokal-Tag, wo sich ND-Gruppen vor Ort darüber austauschen. Sie bekommen dazu von der Programmkommission Anregungen und wir spiegeln die lokalen Gedanken im Gottesdienst am Ostermontag (6. April).

 

Debatte Synodaler Weg - 6. März, 16 Uhr

Impulsgeber*innen:
- Prof. Dr. Agnes Wuckelt, ehem. Professorin an der Katholischen Hochschule NRW, stellv. kfd-Bundesvorsitzende und Autorin

Längst Zeit, aufzuwachen. Vielleicht können wir von einem ersten wirklichen (und längst überfälligen) Durchbruch beim Synodalen Weg sprechen.

Denn bei der digitalen Synodalversammlung fanden Johanna Beck, Kai Christian Moritz und Johannes Norpoth kristallklare Worte aus der Perspektive der Betroffenen. Aufklärung tut Not. Die drei bilden das Sprecherteam des Betroffenenbeirats der Deutschen Bischofskonferenz. Für den Herbst steht die erste Lesung möglicher Beschlüsse an.

Holzweg, Sackgasse, Beschleunigungsstreifen? Wo bewegen wir uns gerade auf dem Synodalen Weg? Als erfahrene Akteurin wird uns Agnes Wuckelt ersten Aufschluss und Richtungsanzeigen geben. Die Debatte moderiert Richard Hartmann, auch ein alter kirchenpolitischer Stratege. Eure Meinung ist gefragt.

- Neu - "Wissenschaft konsequenter einbeziehen - Glaubwürdigkeit gewinnen?" - 8. März, 17 Uhr

Moderation: Rüdiger Wolf Impulse: Gerd Weckwerth und Kurt Schanné

Digitaler Gesprächskreis im Rahmen der Aufbruchsdebatten des ND-Kongress

“Wissenschaft nicht ignorieren“, forderte der Mainzer Bischof Kohlgraf nach einer Fachtagung der deutschen Bischofskonferenz mit Wissenschaftlern zum Thema Homosexualität. Wissenschaftliche Gutachten stehen auch im Mittel-punkt der Debatte zum Missbrauchsskandal. Kontrovers wird die Rolle der Wis-senschaft aktuell auch im Rahmen der Pandemie diskutiert, speziell bei der Um-setzung wissenschaftlich gerade gewonnener Erkenntnisse in politische und ethische Handlungsentscheidungen. Im Fokus der Debatte steht dabei, warum man einer teils erst dazulernenden Wissenschaft Vertrauen schenken sollte.

Nach langen Kämpfen lässt die Kirche zwar Erkenntnisse moderner Naturwis-senschaften wie der Kosmologie und der Evolutionsbiologie in das theologische Denken miteinfließen. Sie tut sich aber immer noch schwer mit der konsequen-ten Umsetzung dieser Erkenntnisse in den Alltag des Glaubens und mit dem Vertrauen in daraus abzuleitende Handlungsentscheidungen. Das gilt insbeson-dere auch für Wissenschaften, die es direkt mit dem Menschen zu tun haben.

So weigert sich die Kirche noch immer hartnäckig, fundierte Erkenntnisse der modernen Humanwissenschaften für ein komplexeres und wirklichkeitsnäheres Verständnis menschlicher Sexualität einzubeziehen. Ebenso versperrt sie sich sozialwissenschaftlichen Erkenntnissen zu Demokratie, Gleichberechtigung und Teilhabe in Anwendung auf kirchliche Entscheidungsprozesse. Dies zeigt sich aktuell bei den Debatten im Synodalen Weg.

Wir wollen in dem digitalen Gesprächskreis darüber reden, wie diese Blockaden aufgelöst werden können, um Glaube und Kirche zu erneuern und Glaubwürdigkeit zu gewinnen bzw. zurückzugewinnen. Dabei gilt, dass auch die Wissenschaft -trotz aller Erfolge - nach ihrem Selbstverständnis nur vorläufige Erkenntnisse liefern kann und stets kritikoffen bleiben muss.

Wie können wir mit der Angst vor Widersprüchen und vor dem Verlust der Glaubensbotschaft im Umgang mit neuen Erkenntnissen umgehen? Welche Glaubwürdigkeit brauchen Glaube und Kirche nach innen und nach außen?

Wählerisch sein oder über Politik als Kunst des Möglichen - 10. März, 20 Uhr

Ein Gespräch mit zwei Perspektiven.

Impulsgeber*innen:
• Britta Haßelmann MdB, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
• Dr. Hermann-Josef Tebroke MdB, CDU
• Tobi Rosswog, Bildungskollektiv Living Utopia
• Moderation: Dr. Christoph Hantel

Baden Württemberg, Rheinland-Pfalz am 14. März, Sachsen Anhalt am 6. Juni: Ganz klar: dieses Jahr 2021 ist Wahljahr, gipfelnd mit dem 26. September, wo nicht nur der Bundestag neu gewählt wird, sondern auch die Menschen in Berlin und Mecklenburg- Vorpommern aufgerufen sind, ihreLandesparlamente neu zu wählen. Inzwischen ist auch die vorgezogene Landtagswahl in Thüringen auf diesen Superwahltag verschoben.

Das ist aber nur die kalendarische Perspektive. Die politischen Karten werden neu gemischt: welche Chancen bietet ein Neuaufbruch? Welche Handlungsmöglichkeiten haben Abgeordnete? In den Parlamenten scheint es, blicken wir auf die bunten Koalitionen, immer schwieriger zu werden, konstruktive Mehrheiten zu bilden.

Was sind die entscheidenden Themen in diesem Wahljahr? Die Erwartungen an die politisch Verantwortlichen wachsen, gleichzeitig grassieren Vorurteile über „die da oben“ und werden bewusst und gezielt geschürt. Immer weniger Leute gehen wählen. Ein Gespräch mit zwei Perspektiven: Über die Politik als Kunst des Möglichen und der Kraft der Utopie. Berichte aus dem Bundestag und der Blick auf den Bundestag. Zwischen Regierungsseite und Opposition.

Debatte & Workshops: Aufbruch in eine soziale Urbanität - 13. März, 15-17:30 Uhr

1. Impuls
Impulsgeber: Prof. Dr. Bernhard Emunds (Professor für christl. Gesellschaftsethik u. Sozialphilosophie, Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen)

Die hohe Attraktivität urbaner Ballungsräume führt zu eskalierenden Immobilienpreisen und Mieten, die sich aktuell in vielen westlichen Gesellschaften als starker Motor sozialer Ungleichheit erweisen. Das Vermögen und die Mieteinnahmen der Eigentümer wachsen immer mehr, während die steigende Mietbelastung derer, die kein Wohneigentum haben, einen immer größeren Teil des verfügbaren Einkommens usurpiert, immer mehr Menschen verarmt und in die Obdachlosigkeit bzw. in überbelegte Wohnungen zwingt. In der Begrifflichkeit der traditionellen katholischen Eigentumslehre ausgedrückt zeigt diese Entwicklung, dass die Individualfunktion die Sozialfunktion des Wohneigentums völlig verdrängt. Welche Aufbrüche sind nötig und möglich, um aus ethischer Sicht entgegenzusteuern - und zugleich die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse zwischen Stadt und Land wiederherzustellen? Anhand dieser Frage wird uns Herr Emunds in seinem Referat die Grundlage für eine fundierte und engagierte Diskussion ebnen.

2. Diskussion
Wohnen für alle? Verantwortung für Kirche, Staat und Gesellschaft - am Beispiel München
mit Prof. Bernhard Emunds, Gudrun Lux (Stadrätin und Mitglied der ZdK-Vollversammlung), Moderation: Ann-Christin Hornberger (Journalistin)

Workshops:

  • EU-Wohnmodell-Projekt ASTUS - Lösungsansätze zu Wohnraumknappheit und die Einbeziehung von Randgebieten
  • Zwischen lebendigen Kirchen, Brachen, Renditeobjekte und sozialer Verantwortung - Wem und was nutzen die kirchlichen Bauten in Zukunft?
  • Wie können wir nachhaltig und sozial wohnen?
  • Wohnsinn e.V. - eine Plattform für inklusives Wohnen
  • wagnis eG - ein selbstverwaltetes Projekt für aktive Nachbarschaft
Sein oder Schein? Über sich zuspitzende Medienwirklichkeiten - 17. März, 19 Uhr

Eine Recherche.

Impulsgeber*innen:
• Juliane Fiedler, TAZ Online-Redaktion
• Markus Wiegand, Chefredakteur Kress
• Markus Nievelstein, - angefragt
• Cosima Jagow-Duda, (Moderation)

„Wir werden die Pennsylvania Avenue heruntergehen und wir werden versuchen unseren Republikanern - nur den schwachen, die starken haben unsere Hilfe nicht nötig, ein bisschen von dem Stolz und Mut abzugeben, den sie brauchen, um unser Land zurückzuerobern.“ Bereits als Trump noch sprach, hatten sich viele seiner Anhänger bereits in Bewegung gesetzt - in Richtung
Kapitol. Was danach geschah, wissen wir alle.

Mal keine Twitterbotschaft vom Oval Office oder Golfplatz, aber natürlich hatten vorher unzählige Kurznachrichten den Weg gepflastert und bereitet, willfährige Moderator*innen und Kommentator*innen in TV-Kanäle und Netzwerke alternative Fakten, demagogische Botschaften und Verschwörungstheorien die Vereinigten Staaten zutiefst gespalten und zahlreiche, wesentlich
zu viele Köpfe verdreht. Auch wenn ein neuer Präsident das Ruder in der Hand hält, die Spaltung ist manifest.

Wie tickt die Mediengesellschaft hierzulande - darüber wollen wir uns mit Journalist*innen austauschen: Wie arbeiten sie und welchen Bedingungen entstehen ihre Nachrichten? Hat in der ganzen Flut an Informationen, dem Meer an Bildern Qualitätsjournalismus überhaupt eine Chance, entscheidende Zusammenhänge an die Zuschauerin und den Leser zu bringen? Welche
eigentlich überlebenswichtigen Nachrichten gehen dabei unter ... ?

Auch diesseits des Atlantiks ist die hiesige Mediengesellschaft unter Druck. Nicht nur schnellere Redaktionsschlüsse in digitalen Zeiten, der ökonomische Druck und Konzentrationsprozesse in der Medienbranche verschärfen die Situation, sondern auch populistisch wohlfeiles Polemisieren von einer „Meinungsdiktatur“ oder „Lügenpresse“. Harte Auseinandersetzungen wie zuletzt beim
Streit um die Erhöhung der Rundfunkgebühren, der zu einer veritablen Politikkrise in Sachsen Anhalt geführt hat, dokumentieren: Die Lage ist ernst, aber der Kampf gegen die Dummheit ist noch nicht verloren. Welche Aufbrüche braucht unsere Mediengesellschaft?

- Neu - Debatte "Grundeinkommen: Idee und Wirklichkeit. Wenn wir zu träumen wagen..." - 23. März, 18 Uhr

Weitere Informationen folgen.

- Neu - "Digital total? Debatte über gesellschaftliche Rechte" - 6. April, 19 Uhr

Weitere Informationen folgen.