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"Unsere KMF": Impulsreferat der KMF-Leiterin Dr. Claudia Lücking-Michel

Chancen im 21. Jahrhundert oder einfach Funktion Salz:     Liebe Bundesgeschwister, eine Vorbemerkung: Dies ist kein Grundsatzreferat, keine Regierungserklärung, keine Programmvorlage für den ND-KMF. Es ist ein Impuls, ein Anstoß, eine Anregung. Er kommt zwar von Eurer Leiterin, aber noch mit einer Sichtweise von außen: Ich bin neu in der KMF und noch dabei, sie zu entdecken. Er ist auch in diesem Sinn nur eine Anregung, keinesfalls eine Vorgabe der KMF-Leitung. Er enthält auch keine fertigen Patentrezepte für die Zukunft des Verbandes. Im günstigsten Fall ist er ein Anstoß für die Fortsetzung der internen Überlegungen und Diskussionen.

1. ND-KMF: Beobachtungen eines Neulings

Natürlich – die KMF ist etwas Besonderes, nicht vergleichbar mit anderen katholischen Verbänden.

Natürlich – der ND hat eine ganz eigene Geschichte, spezielle Ziele und Anliegen, seine typischen Mitglieder, spezifische Strukturen und Arbeitsweisen, er hat eigene Lebensformen.

Doch die KMF hat auch ihre eigenen Probleme:

  • mit Name und Logo,
  • aus ihrer Vorgeschichte mit ihren Subgliederungen und ihrer heutigen Zusammensetzung,
  • mit dem Mitgliederrückgang,
  • mit der Überalterung (Ich hatte die Idee, jedem Mitglied ab 70 Jahren zum Geburtstag einen persönlichen Brief zu schreiben und bat um die Adressen. Ich bekam über 100 – für einen Monat),
  • mit den Finanzen (das scheint mir fast noch relativ harmlos),
  • mit häufigen Wechseln in der Leitung
  • mit schwindendem Einfluss in Kirche und Gesellschaft und einer Unzufriedenheit mit dem eigenen Wirken.
  • Darüber hinaus fehlt zusehends ein gemeinsamer Referenz-Erlebnisrahmen: es gibt meine, deine, viele KMF.

Natürlich – jeder Verband ist anders, aber trotzdem gibt es strukturelle Herausforderungen und Veränderungen im kirchlichen und gesellschaftlichen Umfeld, die alle Verbände gemeinsam betreffen.

Es hilft leider nicht, auf diese eher allgemeinen Bedingungen im Umfeld des eigenen Verbandes kritisch zu schauen, um sofort die Antwort zu finden, die als Geheimwaffe für die Zukunftsstrategie unseres Verbandes dienen könnte.

Zumindest aber entlastet diese Perspektive. Zeigt sie doch, dass nicht alles an den Schwächen des eigenen Verbandes oder in der Verantwortung der Verbandsleitung liegt, sondern manches Problem der eigene Verband mit vielen anderen teilt und uns Lösungen zunächst schlicht aus der Hand genommen sind. Vier Faktoren will ich kurz nennen:

1.) Die Attraktivität der katholischen Verbände hängt erstens ab vom Image der katholischen Kirche in unserem Land und umgekehrt. Wie zwei kommunizierende Röhren sind sie miteinander verbunden. Die Verbände profitieren vom Ansehen der Kirche insgesamt oder – zurzeit leider häufiger – nehmen daran Schaden. Jetzt kommt sofort: Unser ND ist eine Gegenwelt, ist der einzige Ort überzeugend gelebter Kirche! Ja, zum Glück! Aber selbst in dieser Absetzung sind wir abhängig davon, wie sich Kirche präsentiert und wie sie wirkt.

2.) Auch das ist keine neue Erkenntnis, aber eine, die uns, wie fast alle Verbände, mit ganzer Härte trifft: Genauso wie der ND in den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts Teil der Jugendbewegung war und seine Hochphase mit der Hochphase der Nachkriegs-Kirche-Milieus hatte, ist unsere KMF jetzt in Mitleidenschaft gezogen von der mangelnden Akzeptanz aller gesellschaftlichen Einrichtungen wie Verbänden, Parteien oder Gewerkschaften. Ihre Blütezeit als zentrale, unersetzbare gesellschaftliche Organisationsformen hatten sie im 20. Jahrhundert.

3.) Der dritte allgemeine Faktor ist ebenso wenig neu und hängt mit dem zweiten zusammen: Die Formen des gesuchten und gewünschten ehrenamtlichen Engagements haben sich gewandelt: Frauen, möglichst als gebildete, aber nicht berufstätige Ehefrau eines gut verdienenden Ehemanns mit mindestens halbwüchsigen Kindern, stellten bisher die großen Truppen für die Rekrutierung von Mitgliedern und Funktionären in vielen Verbandskontexten. Jetzt dominiert eine andere Lebensweise: Familie und Beruf sind miteinander zu verbinden. Da ist die Mitgliedschaft in einem Verband oder gar die Übernahme von Verantwortung nicht mehr willkommene Abwechslung, sondern zusätzlicher Stress, bei dem man sich genau überlegt, ob und warum man sich den antut.

4.) Schließlich, nicht zu vergessen: Der demografische Wandel – wir werden einfach weniger. Nicht nur Autobauer haben in Zukunft weniger Käufer und sollten allein deswegen ihr Produktangebot umstellen, nicht nur wenig attraktive Städte und Kommunen verlieren ihre Bevölkerung, auch das mögliche Potenzial an Leuten für Verbandsarbeit nimmt schon allein zahlenmäßig deutlich ab.

2. Sinus-Studie und Verbände-Milieus

Die verschiedenen Sinus-Studien (Milieuhandbuch. Religiöse und kirchliche Orientierungen in den Sinus Milieus® 2005, erstellt von Sinus Sociovision im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz) helfen, unsere Diskussion um die Zukunft unseres Verbandes noch einmal in einem anderen Licht zu führen. Auch wenn man den Milieu-Studien nicht in allen Analysevorschlägen und Deutungen im einzelnen folgen will, so führen sie doch eins vor Augen: Unsere bundesdeutsche Gesellschaft zerfällt in ganz unterschiedliche Milieu-Gruppen, die manche Berührungspunkte haben, aber doch an sehr vielen Stellen weiter voneinander getrennt sind, als manch einer sich das vorher gedacht hatte. Die »modernen Performer« arbeiten anders, haben andere ästhetische Vorlieben, gestalten ihre Freizeit oder suchen sich kulturelle Zerstreuung in einer Weise, die kaum zusammengehen kann mit dem Leben der »Traditionsverwurzelten« – um nur zwei Beispiele zu nennen.

Und: Diese Milieu-Grenzen bleiben bei der Kirche nicht außen vor, sondern bestimmen auch unsere kirchliche Wirklichkeit. Gemeinden sind von einem bestimmt Milieu dominiert – und stoßen damit andere ab.

Kirche ist in den einzelnen Milieus sehr unterschiedlich dicht vertreten; kirchliche Verkündigung, pastorale Arbeit und öffentliches Auftreten sind ebenfalls von den darin wirkenden Milieu-Vertretern und ihren Lebensstilen geprägt, ohne dass diese sich selbst dessen vielleicht so sehr bewusst sind. Und: Wir sind das auch!

Zwei Antwortmöglichkeiten sehe ich:

»Jetzt erst recht!« Unser Verband ist doch im Prinzip für alle da. Wir versuchen alle Menschen zusammen zu bringen. Keine Klassen-Gesellschaft, keine Alters-Vorauswahl, keine bestimmten Berufsgruppen, Stände, aber sicher Männer und Frauen aus allen Milieus. Der junge, unverheiratete Karriere-Jurist aus Berlin-Mitte ist uns ebenso willkommen wie die interessierte Aldi-Verkäuferin. Willkommen sind sie uns beide, aber beide sind nicht da.

Machen wir uns nichts vor, der ND verstand sich immer als Angebot für ganz bestimmte Milieus.

Deshalb unterstreicht die andere Reaktion auf Sinus dagegen: »Wir sind eine Kirche in (und aus) vielen Milieus. Das kann nur heißen, dass wir milieuspezifische Angebote machen, auf die jeweiligen Interessen und Bedürfnisse der einzelnen Gruppen eingehen – ganz nach dem Motto: »Die Leute da abholen, wo sie stehen«.

In den aktuellen kirchlichen Krisengesprächen und dem Ringen um pastorale Zukunftskonzepte dominiert gerade der Blick auf die Gemeinden: Hier wird eingespart, umstrukturiert, zusammengelegt und aufgelöst. Die Bistümer haben unterschiedliche Antworten, doch meist regiert das Verdikt, dass die Gemeindeleitung allein einem Priester vorbehalten ist. Und dann wird alles nach der immer dünner werdenden Decke des klerikalen Personal-Angebots zurecht oder, wie ich finde, kaputt geschnitten. Die große Chancen unserer Gemeinden, ein pastorales Angebot im sozialen Nahraum des Wohnumfeldes zu bieten, wird aufgegeben zugunsten von »Mega-Pfarren« mit acht Kirchen, zwanzig Kilometern Durchmesser, 16.000 »Seelen« und einer Gemeindeleitung, die man mit viel Glück auch mal im Gottesdienst zu Gesicht bekommt – vorausgesetzt, der pensionierte Subsidiar ist nicht gerade wieder dran.

Kirchliches Leben, territorial organisiert in sozial erlebbaren und auch persönlich »bearbeitbaren« Gemeinden, ist unersetzbar und muss erhalten bleiben. Dafür braucht es Zukunftskonzepte. Das ist allerdings hier nicht unsere Baustelle. Doch diese Baustelle muss man kennen, um den unschätzbaren Wert der kirchlichen Verbandsarbeit zu würdigen: Für mich ist sie eine das Gemeindeangebot ergänzende, zentrale, andere kirchliche Organisationsform, die in ihren großen Chancen nicht zu unterschätzen ist.

Sie erweitert entscheidend die Palette der Beteiligungsmöglichkeiten an Kirche und ihren Lebensvollzügen. Auftrag, Anliegen und Arbeitsweise sind vielfältig. Verbände sorgen für die Umsetzung konkreter diakonischer Anliegen, artikulieren politische Anliegen und versuchen diese umzusetzen, machen Bildungsarbeit, schaffen Begegnungsräume, bieten ihren Mitgliedern eine kirchliche, auch spirituelle Heimat.

Anders als Gemeinden, die von ihrem pastoralen Auftrag nicht anders können, als für alle da zu sein, sind sie schon von ihrem Selbstverständnis viel spezifischer gedacht. Verbände definieren sich über ihre jeweiligen Zielgruppen: die studierende Jugend, die katholischen Akademiker, die politisch interessierten Frauen, die katholischen Arbeiter... Sie haben ihr Angebot schon immer milieuspezifisch fragmentiert.

Damit sind sie die ideale Antwort auf die Herausforderungen der Sinus-Studie – vorausgesetzt, man nimmt diese ernst.

3. Keine Patentrezepte, aber vielleicht Chancen

3.1 An den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen?

Trotzdem bzw. gerade wegen dieser großen Bedeutung und Chance der Verbandsarbeit ist es so wichtig, genau hinzuschauen und sich unseren Zukunftsfragen mit allem Ernst zu widmen. Bei dieser Selbstanalyse gibt es allerdings ein hermeneutisches, ja geradezu grundsätzliches Problem: Die bestehenden Angebote und Arbeitsweisen sind – sonst hätten wir sie nicht – attraktiv für die aktuellen Mitglieder. Doch sind sie auch ein geeignetes Mittel, um die gewünschten Neuen zu gewinnen, um Zukunft zu gestalten?

Wenn das nicht der Fall ist, wie kann es uns dann gelingen, überzeugende, (total) andere Anknüpfungspunkte für potenzielle neue (junge) Mitglieder zu etablieren? Wir können zwar versuchen, uns in die Interessen derjenigen hineinzudenken, die (noch) nicht da sind, uns vorzustellen, was sie gut fänden, aber so richtig wissen tun wir es nicht. Gelingt es uns, kreativ Neues zu entwickeln und nicht nur das Alte etwas umzustricken?

Und selbst wenn wir ganz sensibel Anregungen aufspüren – ist es uns möglich, Neues zuzulassen, vor allen Dingen ohne damit ein negatives Urteil über das Alte zu fällen? Worin investieren wir unsere Kraft: dem treuen langjährigen Mitglied auch für die letzten Jahre seines Lebens eine Heimat im Verband zu bieten – oder Türen zu öffnen für Menschen, die noch gar nicht da sind? Am liebsten wollen wir natürlich beides, am liebsten wären wir in einer Situation, wo wir das nicht entscheiden müssten.

Doch es ist ja absehbar, dass es bald richtig ernst wird, wenn beides sicher nicht mehr geht, wenn Entscheidungen her müssen, weil das Geld, die Leute oder die Kraft fehlen, um Verschiedenes aufrechtzuerhalten. Altes aufgeben, um Neues aufzubauen – oder umgekehrt, das Alte bewahren und Neues lassen?

3.2 Ein profiliertes Profil ist gefragt!

Aus meiner Sicht: Nicht allen alles sein wollen.

Unzählige Stunden habe ich in Gremien zugebracht, in denen es um verbandliche Zukunftskonzepte, neue Formen der Mitgliederwerbung und Suche nach Rettungswegen aus der Finanzkrise ging. Gesucht wurde jeweils die eierlegende Wollmilchsau, mit der alle Probleme auf einmal gelöst werden sollten. Das Ganze kulminierte viel zu schnell in der Frage nach einem neuen Logo, der frischesten Farbe für den Gesamtauftritt aller Werbematerialen oder die Höhe des zumutbaren Mitgliedsbeitrags.

Dagegen ist es zentral, sich erst mal von allen Allmachtsansprüchen zu befreien: Alles wird nicht gehen wie bisher. Von vielen Dingen müssen wir uns verabschieden.

Und dann steht der Klassiker jeder Unternehmensberatung im Raum: Zunächst geht es darum, ein klares Profil zu entwickeln. Das heißt nicht nur, zu entscheiden, was wir noch sein wollen, sondern vor allem auch, was nicht mehr.

Nicht allen Menschen alles sein zu wollen, das geht vielleicht noch schnell über die Lippen, aber ist natürlich hart umzusetzen. Aus meiner Sicht müssen wir uns klar auf eine wahrscheinlich sehr eng zuzuschneidende Zielgruppe konzentrieren. Damit kann man hoffentlich dort Freunde gewinnen, wird aber sicher viele andere vor den Kopf stoßen, die dann mit dem jeweiligen Angebot nichts mehr anfangen können.

Verbände können – ich glaube: müssen – sich dies erlauben. Für viele Verbände, die ich in der aktuellen Landschaft sehe, ist das schon eine Selbstverständlichkeit, manche sind mehr oder weniger klar profiliert. Andere stehen in der Versuchung, angesichts des Mitgliederrückgangs jetzt »in neuen Gewässern zu fischen» und angesichts des äußeren Drucks das eigene Profil nicht zuzuspitzen, sondern auszuweiten. Ich sehe dagegen eine Chance in der Profilierung: Nicht für alle etwas, sondern für wenige genau das richtige Angebot bieten.

3.3 Masse gleich Macht?

Die KMF gehört deutlich zu den kleineren Verbänden im Rund der katholischen Verbände. Realistisch ist es aber wohl, dass wir uns auf deutlich (noch) kleinere Mitgliederzahlen einstellen müssen.

Und die nächste Konsequenz zeichnet sich damit auch gleich ab: Bis jetzt leben wir viel zu sehr in der Vorstellung, dass die zahlenmäßige Größe unseres Verbandes über Ansehen und Bedeutung entscheidet. Tut es auch, doch trotzdem müssen wir uns von diesem Paradigma verabschieden.

Das kann nur erfolgreich sein, wenn es nicht als Flucht aus dem Scheitern stattfindet, sondern als bewusste Option für eine Konsequenz, die sich aus der Profilierung ergibt. Die neuen Paradigmen könnten dann sein: Wie einflussreich setzt ein Verband über seine Mitglieder an den richtigen Schaltstellen seine Anliegen durch, wie erfolgreich bietet er eine spirituelle Verortung oder wie überzeugend hält er pastorale Angebote bereit?

3.4 Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind

Das Wichtige ist der Lebensbund, da kommt es nicht auf die Zahl an, sondern darauf, dass echte Freundschaften gelebt werden? OK! Kann ja ein Modell sein, doch von den klassischen Lebensäußerungen eines Verbandes müssen wir uns dann verabschieden.

3.5 Finanzielle Unabhängigkeit

Man kann es drehen und wenden wie man will: Entweder steht die Geldfrage oder besser die Geldknappheit am Anfang oder es kommt am Ende zum Showdown mit der Frage: »Und wer soll das alles bezahlen?« Für viele Verbände ist das die eigentliche Gretchenfrage. Wenn es bei uns noch nicht so ist, umso besser. Doch wenn wir so weitermachen wie bisher, wird es nicht mehr lange dauern.

Die Finanzkrise hat Einzug gehalten, wenn die zahlenden Mitglieder weniger werden, man sich nicht vom Verband der deutschen Diözesen abhängig machen will und die Bistümer die Arbeit der Verbände nicht mehr in ihren engen Haushalten unterbringen wollen.

Finanzielle Unabhängigkeit ist aber eine absolut zentrale Voraussetzung für inhaltliche Unabhängigkeit und damit für den Erfolg gelingender Verbandsarbeit. Auf die Idee, eine Stiftung zu gründen, ist deshalb schon fast jeder Verband gekommen. Alle betreiben jetzt Fundraising und immer mehr machen sich an die Einwerbung von Drittmitteln. Alles zusammen ein mühsames Geschäft. So wird es auf Dauer nicht ohne eine stärkere finanzielle Beteiligung der Mitglieder gehen. Die Antwort »Small is beautiful« wird daran nichts ändern. Das kann nur heißen: Die wenigen müssen (deutlich!) mehr zahlen.

Damit rede ich nicht der sozialen Auslese über das Scheckbuch das Wort. Ich weiß sehr wohl, dass viele Mitglieder mit den bisherigen Beitragssätzen an der Grenze ihrer finanziellen Möglichkeiten sind – dafür braucht es handhabbare sozialverträgliche Regelungen. Aber es gibt auch die vielen, die selbstverständlich für den Sportverein, ein Konzert oder ein gutes Essen einen mehrfachen Jahresmitgliedsbeitrag ausgeben.

4. Schluss: Statt: »Was braucht der Verband?« – »Was brauchen die Leute?«

Die meisten der vielen Debatten zur Zukunft unseres Verbandes beginnen mit Fragen wie:

- Wie sorgen wir dafür, dass unsere Arbeit weiterläuft?

- Wo finden wir den Nachwuchs für unsere Gruppe?

- Wer übernimmt mal den Vorsitz?

- Wer managt uns den nächsten KMF-Kongress?

- Wie kommen wir als Verband für die Antworten auf diese Fragen an die Leute ran, die wir brauchen: an die jungen Familien, die Firmlinge, die einflussreichen Netzwerker, die wenigen Akademiker, die noch katholisch geprägt sind?

Banal, aber nicht immer einfach ist die Umkehrung: Wer braucht uns?

Und vielleicht gehört auch manchmal diese Erkenntnis dazu: Wir haben keine Antworten, wir werden nicht mehr gebraucht. Genau wie nicht alle Orden, werden auf Dauer auch nicht alle Verbände bestehen bleiben. Viele sind am Ende ihrer Möglichkeiten und müssen bald mit anderen fusionieren oder sich auflösen. Gehört die KMF dazu?

Wo gibt es soziale, pastorale, intellektuelle Bedürfnisse, auf die wir mit unserem Verband im Sinne unseres Auftrages und unserer Geschichte Antworten geben können?

Wer braucht uns?

Dr. Claudia Lücking-Michel MdB, Leiterin der KMF, hat dieses Impulsreferat am 27. September 2014 vor dem KMF-Rat in Schmerlenbach gehalten.

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