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Offener Brief an den neu gewählten Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz

Sehr geehrter, lieber Herr Bischof Dr. Bätzing,

mit großer Freude haben wir im ND von Ihrer Wahl zum neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gehört. Als Bundesleiterin des ND gratuliere ich Ihnen nicht nur persönlich von Herzen, sondern vor allem auch im Namen aller Bundesgeschwister. Wir wünschen Ihnen für die neue Aufgabe, Ihre Arbeit und die vor Ihnen liegenden Herausforderungen alles Gute, viel Kraft und Gottes reichen Segen.

Unser Verband ist der katholischen Kirche seit jeher in großer Loyalität verbunden. Schon lange setzen wir uns ein für eine neue Synode bzw. besser die Etablierung dauerhafter, ernstgemeinter synodaler Strukturen. Wir sind zuversichtlich, dass Sie als Vorsitzender der Bischofskonferenz unseren Positionen und die aller katholischen Verbände mit einer hohen Ernsthaftigkeit wahrnehmen werden. Dabei teilen wir bereits heute schon viele Ihrer Einschätzungen, etwa zur eucharistischen Gastfreundschaft, zum Zölibat oder zur Gleichberechtigung der Frau in der Kirche.

Der Synodale Weg, den wir vor einigen Wochen mit der ersten großen Synodalversammlung auf Ihre Einladung hin im Frankfurter Dom beginnen konnten, ist mit hohen Erwartungen verbunden. Dass Sie nun für Kardinal Marx in das Präsidium nachrücken, ist ein gutes Zeichen und ein entscheidender Hinweis darauf, dass auch die Bischöfe weiterhin mit einer großen Mehrheit hinter dem eingeschlagenen Weg stehen.

Wir danken Ihnen für Ihre große Offenheit dem Synodalen Weg gegenüber und hoffen, dass Ihr bischöflicher Wahlspruch „Congrega in unum“ auch maßgeblich in der gemeinsamen Auseinandersetzung zum Tragen kommt.

Außerdem sind Sie im Jahr 2021 Gastgeber für den 3. Ökumenischen Kirchentag. Wir freuen uns, dass mit Ihrem neuen Amt auch die Gemeinschaft der Bischöfe näher an die Vorbereitungen und vor allem die wichtigen theologischen und kirchenpolitischen Fragen und Diskussionen in der gegenwärtigen Ökumene heranrückt.

Wir wünschen Ihnen, dass es Ihnen in Ihrem neuen Amt gelingt moderierend und integrierend wirken zu können. Gleichzeitig hoffen wir, dass Sie in Ihrer Rolle nicht den Mut verlieren, die notwendigen Reformen weiter zu verfolgen und in gewohnter Weise Position zu beziehen. Wir glauben, dass die Kirche in Deutschland dann eine Zukunft hat, wenn sie die Zeichen der Zeit nicht nur versteht, sondern sich auch bewegt. Im Namen unserer Mitglieder möchte ich Ihnen bereits heute zusagen, dass wir Ihnen auf diesem Weg den Rücken stärken werden.

Für die ND-Bundesleitung

Dr. Claudia Lücking-Michel, ND-Leiterin

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