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Bericht von der Tagung der Westregionen 2014: Jesus und Maria neu kenenlernen

Das Treffen unter dem Titel „Jesus und Maria neu kennenlernen – aus bibelkritischer Sicht und in literarischen Texten“ fand am 8/9. November 2014 in der Kath. Akademie in Aachen statt. Wenngleich das Thema zunächst keine große Aufmerksamkeit auf sich lenkte, war die Tagung doch dank der Referenten sehr beeindruckend.   Der Mönchengladbacher Pfarrer Dr. Wilhelm Bruners (fast 20 Jahre in Jerusalem tätig) beleuchtete die Einbettung der Evangelien in ihren zeitgeschichtlichen Horizont und vermittelte uns den „menschlichen Jesus“:

die jüdisch-biblische Tradition war für ihn der große Mutterboden, aus denen Jesus sein Gottvertrauen und seine Offenheit gegenüber den Menschen gewinnen konnte. An zahlreichen Beispielen wurde deutlich, wie tief Jesu Verwurzelung in der jüdischen Heimat und ihren Traditionen war. Auch das Verhältnis zu seiner Mutter und seiner Familie war nicht ungetrübt (im Gegensatz zur „heiligen Familie“ der Kirche“),denn bei MK 3,31 lautet die Antwort auf die Frage „wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder?“ „Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Mutter“. Die emeritierte Germanistik Professorin an der RWTH Aachen, Magda Motte´ behandelte das Thema „Das Bild Marias in ausgewählten Beispielen der Literatur“. Sie führte uns „Mariengedichte“ von Rilke, Twardowski, George, Brecht, Kunz und Marti vor, die die „Überhöhung“ Marias im Laufe der Geschichte (Gottesmutter, Königsgebärerin, Meerstern, Schutzmantel usw) infrage stellten und Maria „vermenschlichte“. Als junges Mädchen von 14/15 Jahren aus Palästina gebiert sie Jesus, nicht ahnend, welche Glorifizierung sie einmal auf den Bildgemälde späterer Jahrhunderte erhalten wird. Beide Referenten vertieften ihre Ausführungen in den Arbeitskreisen. In einem anderen Arbeitskreis sang P. Diethard Zils OP mit uns Marienlieder „ich sehe Dich in tausend Bildern“, die er z.T. vertont oder ins Deutsch übersetzt hat. Die gelungene Tagung wurde am Samstag Abend noch durch die „Klangschalen“ von Klaus Jäkel bereichert, die er mit spirituellen Texten ergänzte. Mit vielen neuen „Entdeckungen“ gingen die ca. 60 Bundesgeschwister nach dem Gottesdienst am Sonntag in ihren Alltag zurück.

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