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Flüchtlinge in unserem Land – Herausforderung und Auftrag für uns

Erklärung der KMF
 
„Resignation, Verweigerung und Extremismus sind für uns keine Lösungen.
Wir nehmen die Herausforderungen unserer Zeit an.“
Hirschberg-Programm 1994

 


Die Gemeinschaft Katholischer Männer und Frauen (KMF) nimmt mit Sorge die dramatische Situation der Flüchtlinge besonders im Nordirak, in Syrien, im Libanon, in Afghanistan, in einigen afrikanischen Staaten und vielen anderen Krisenregionen dieser Erde wahr. Krieg und Unterdrückung, Hunger und Menschenrechtsverletzungen zwingen über 50 Millionen Menschen zum Verlassen ihrer Heimat. Auf der Suche nach Schutz für Leib und Leben kommen immer mehr Flüchtlinge auch in die Bundesre-publik Deutschland. Dies löste in den vergangenen Monaten eine kontrovers geführte Debatte inner-halb der deutschen Gesellschaft über den Umgang mit Flüchtlingen aus. Als engagierte Christinnen und Christen dürfen wir uns dieser Auseinandersetzung nicht entziehen, sondern wollen unsere Posi-tionen in die öffentliche Debatte einbringen und uns aktiv engagieren, wenn es darum geht die Men-schen in unserem Land aufzunehmen und ihnen Schutz und Zukunft zu bieten.


Grundlage unseres Bundes ist die Überzeugung, dass alle Menschen nach Gottes Ebenbild geschaffen und damit gleicher Würde sind. Die KMF setzt sich im Sinne der Option für die Armen besonders ein für Menschen in Not, für Menschen am Rand der Gesellschaft und für ein offenes Europa in der Einen Welt.


Dabei darf nicht Resignation angesichts zunehmender Konfliktherde bestimmend sein. Vielmehr sind die Verantwortungsträger in Kirchen, Staat und Gesellschaft aufgerufen, sich gegen jegliche Form von Gewalt auf der Welt einzusetzen, vor allem, wenn sie sich gegen ethnische, religiöse, sprachliche und kulturelle Minderheiten wendet.


Die KMF als Verband ebenso wie jeder und jede einzelne von uns, ist gefordert sich den anstehenden zivilgesellschaftlichen Herausforderungen zu stellen. In Demonstrationen gegen Zuwanderung und Überfremdung zeigt sich ein neu aufkeimender Extremismus. Diesem wollen wir entgegentreten, uns kritisch mit dessen Positionen und Anhängern auseinandersetzen und so mit dazu beitragen, die Freiheit in unserer Gesellschaft zu stärken.


Wir fühlen uns besonders verpflichtet zu tätiger Solidarität mit den Menschen in Krisenregionen sowie den Flüchtlingen und Asylsuchenden in Deutschland, vor allem in unserer unmittelbaren Nachbarschaft. Offenheit und Hilfsbereitschaft, den Menschen gegenüber, die als Flüchtlinge zu uns kommen, Engagement und die Entwicklung einer Willkommenskultur sehen wir als unsere Aufga-ben, denen wir uns nicht verweigern.


Daran möchten wir als Gemeinschaft auf allen Ebenen und mit allen Gruppierungen unseres Bundes mitwirken. Zugleich nehmen wir die individuelle Verantwortung jedes Einzelnen ernst, sich in der Flüchtlingsproblematik zu engagieren. Die KMF wirbt deshalb für Solidarität, Dialog und Achtung fremder Kulturen, für gegenseitige Bereicherung und somit für ein vielfältiges Deutschland.
(Verabschiedet vom KMF-Rat am 10.04.2015)

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